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Blähungen (Flatulenz)

Sie sind unangenehm und den Betroffenen oft auch äußerst peinlich. Meistens sind Blähungen jedoch gesundheitlich gesehen harmlos und schon kleinere Veränderungen der persönlichen Lebensgewohnheiten können zu deutlichen Verminderungen der unappetitlich ‚duftenden‘ Winde beitragen…

Was versteht man unter Blähungen?

Es ist ein ganz normaler Vorgang, dass Gase – neben z.B. durch Ausatmen – auch in Form von Winden aus dem Körper entweichen. Teilweise leiden Menschen jedoch unter den Blähungen und den damit verbundenen Einschränkungen ihrer Lebensqualität. Erste Anzeichen sind vielfach Völlegefühle oder ein Rumoren im Darm – dann folgen die Blähungen, die mit einem gehäuften Abgang von übel riechenden Winden einhergehen. Doch erst wenn dabei regelmäßiger ein bestimmtes Maß überschritten wird, wird in der Medizin von Flatulenz gesprochen.

Wenn die Gase nicht mehr aus dem Verdauungstrakt entweichen können und auch für Bauchkrämpfe verantwortlich sind, kann ein Meteorismus vorliegen (ärztliche Abklärung erforderlich!).

Wodurch werden Blähungen verursacht?

Blähungen können individuell ganz unterschiedliche Auslöser haben, u.a.:

  • Probleme der Darmbakterien bei der Verarbeitung ballaststoffreicher Nahrung (z.B. blähende Obst- und Gemüsesorten wie Kohl, Hülsenfrüchte oder getrocknete Aprikosen sowie Vollkornprodukte)
  • übermäßiger Konsum von Getränken, die Kohlensäure enthalten
  • vermehrte Aufnahme von Zuckeraustauschstoffen wie Sorbit, Xylit (u.a. enthalten in Kaugummi, zuckerfreien Bonbons sowie vielen Fertig- und Diät-Produkten)
  • Unverträglichkeiten (u.a. gegen Gluten, Milch- oder Fruchtzucker)
  • hastige Aufnahme von Essen und Trinken (Luftschlucken)
  • Reizdarm, chronische Darmentzündungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa oder sonstigere Grunderkrankungen (u.a. Magen, Leber, Galle, Bauschspeicheldrüse)
  • Wirkstoffe von Medikamenten (u.a. Antibiotika, Abführmittel oder entzündungshemmende bzw. blutzuckersenkende Mittel)
  • Schwangerschaft

Welche ärztlichen Untersuchungen sind bei Blähungen erforderlich?

Auch wenn man das Thema Blähungen nicht gerne zur Sprache bringt, im Zweifel sollten Patientinnen und Patienten eine spezialisierte gastroenterologische Praxis aufsuchen, um die Verursacher ihrer Beschwerden medizinisch abklären lassen. Häufig kann schon ein vertrauensvolles Gespräch erste Anhaltspunkte zur Besserung der Gesundheit und Lebensqualität liefern (Ernährungsgewohnheiten, Stress, Vorerkrankungen etc.). Um schwerwiegendere Erkrankungen bei der weiteren Ursachenforschung auszuschließen, sind ggf. manuelle körperliche Untersuchungen, Bluttests oder Magen- und Darmspiegelungen notwendig. Je nach Bedarf können auch weitere Verfahren zum Einsatz kommen (u.a. Ultraschall oder MRT).

Wie kann eine Therapie bei Blähungen aussehen?

Häufig können sich die Betroffenen selbst helfen, indem sie ihre Ernährung anpassen (hilfreich kann ein Ernährungsprotokoll sein), über den Tag verteilt kleinere Essensportionen zu sich nehmen (dabei das Essen genießen und gut kauen!) und nicht Rauchen.

In akuten Situationen können Kräutertees – insbesondere aus Fenchel, Kümmel, Anis, Ingwer oder Pfefferminze – für Linderung sorgen. Als angenehm wird in vielen Fällen auch eine Wärmflasche auf dem Bauch empfunden. Auch mit Entspannungstechniken können ggf. Verbesserungen erreicht werden.

Wer in der Apotheke Rat sucht, kann auf krampflösende Mittel oder entschäumende Produkte zurückgreifen.

Darüber hinaus gehende ärztliche Therapien hängen in der Regel von den jeweiligen Untersuchungsergebnissen ab und sind breit gefächert.

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