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So gefährlich sind Zucker und Fruktose für Kinder

Was Zucker auslösen bzw. das Weglassen von Zucker für positive Veränderungen bewirken kann, zeigt diese Studie an einem Kinderkrankenhaus in San Francisco. Nach nur neun Tagen Fructose-Reduzierung waren die Ergebnisse dramatisch, und das bei allen Teilnehmern. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es für Eltern ist, die Aufnahme von Zucker richtig zu bewerten und sich der gesundheitlichen Auswirkungen dessen was die Kinder konsumieren bewusst zu sein.

Nach einer aktuellen Studie kann eine Verringerung des Konsums von raffiniertem Zucker (ohne Kalorien oder Gewicht zu reduzieren) eine Gruppe von chronischen Stoffwechselerkrankungen, einen zu hohen Cholesterinspiegel und erhöhten Blutdruck bei Kindern umkehren – und das in weniger als 10 Tagen.

Zucker ist metabolisch schädlich

„Diese Studie zeigt, dass Zucker metabolisch schädlich ist, und zwar nicht nur wegen seiner Kalorien oder seiner Auswirkungen auf das Gewicht: Zucker ist metabolisch schädlich, weil es Zucker ist“, sagte der Autor Dr. Robert Lustig, pädiatrischer Endokrinologe am UCSF. „Diese intern kontrollierte Interventionsstudie ist ein solides Anzeichen dafür, dass Zucker zu dem metabolischen Syndrom beiträgt, und ist der stärkste Beweis dafür, dass die negativen Auswirkungen von Zucker nicht durch die Kalorien oder die Fettleibigkeit kommen.“

 

Der Schein trügt: So niedlich sie oft präsentiert werden, so gefährlich sind raffinierter Zucker und Fruktose.

Jean-Marc Schwarz, PhD, von der Hochschule für osteopathische Medizin an der Universität Touro Kalifornien und leitender Autor des Papiers fügte hinzu: „Ich habe noch nie Ergebnisse in Studien am Menschen gesehen, die so auffällig und signifikant waren. Nach nur neun Tagen Fructose-Reduzierung waren die Ergebnisse dramatisch und das bei allen Teilnehmern der Studie. Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig es für Eltern ist, die Aufnahme von Zucker richtig zu bewerten und sich der gesundheitlichen Auswirkungen dessen was die Kinder konsumieren bewusst zu sein.“

Den Zuckerkonsum beschränken

Bei dem metabolischen Syndrom kommen einige Voraussetzungen zusammen – ein erhöhter Blutdruck, ein hoher Blutzuckerspiegel, überschüssiges Körperfett um die Taille und abnorme Cholesterinspiegel – wenn diese zusammen auftreten, erhöht sich das Risiko von Herzerkrankungen, Schlaganfall und Diabetes. Andere Krankheiten, die mit dem metabolischen Syndrom verbunden sind, wie nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen und Typ-2-Diabetes, treten jetzt bei Kindern auf – Störungen waren bei Kindern und Jugendlichen bisher nicht bekannt.

In der Studie wurden 43 Kinder im Alter zwischen 9 und 18 Jahren untersucht

Die Teilnehmer wurden durch die „Weight Assessment for Teen and Child Health Clinic (WATCH)“ im UCSF Benioff Children’s Hospital San Francisco, einer interdisziplinären Adipositas Klinik gefunden. Die Teilnehmer waren lateinamerikanische und afroamerikanische Jugendliche, da diese ein höheres Risiko für bestimmte Voraussetzungen, die mit metabolischem Syndrom assoziiert werden, wie Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes, besitzen.

In der Studie wurden 43 Kinder im Alter zwischen 9 und 18 Jahren, die mindestens eine chronische Stoffwechselstörung, wie Bluthochdruck, hohe Triglyceridwerte oder Fettleibigkeit hatten, untersucht. Ihnen wurde neun Tage lang zuckerreduzierte Nahrung gegeben, die aber den gleichen Fett-, Protein-, Kohlenhydrat- und Kaloriengehalt wie ihre Nahrung vor der Studie hatte. Der nüchterne Blutspiegel, der Blutdruck und die Glukosetoleranz wurden gemessen, bevor der neue Menüplan verabschiedet wurde.

Zucker wurde reduziert, die Kohlenhydrate blieben gleich

Die Studie reduzierte die Aufnahme von raffiniertem Zucker (Obst war erlaubt), ersetzte die Kohlenhydrate aber durch die Zugabe anderer Kohlenhydrate wie Bagels, Müsli und Pasta, so dass die Kinder immer noch die gleiche Anzahl von Kalorien aus Kohlenhydraten verbrauchten wie zuvor.

Insgesamt wurde der diätetische Zucker von 28 auf 10 Prozent, Fruktose von 12 auf 4 Prozent der Gesamtkalorien reduziert. Die Lebensmittel wurden kindergerecht zusammengestellt – Hot Dogs, Pommes Frites und Pizza wurde alle in den lokalen Supermärkten gekauft, anstatt zuckerhaltigem Müsli, Gebäck und gesüßtem Joghurt.

Den Kindern wurde eine Skala mit der Aufgabe gegeben, sich jeden Tag zu wiegen und das mit dem Ziel der Gewichtsstabilität, nicht dem Gewichtsverlust. Wenn ein Gewichtsverlust (ein Rückgang von durchschnittlich 1 Prozent innerhalb der 10-Tage-Frist, aber ohne Veränderung des Körperfettanteils) auftrat, wurde ihnen mehr von den zuckerarmen Lebensmitteln gegeben.

Ein schnelleres Sättigungsgefühl durch Zuckerreduktion

„Als wir den Zucker wegnahmen, haben die Kinder schneller auf ihr Sättigungsgefühl reagiert“, sagte Schwarz. „Sie sagten uns, dass es sich wie viel mehr Nahrung anfühlte, obwohl sie die gleiche Anzahl von Kalorien konsumierten, nur mit weniger Zucker. Einige sagten, sie waren von der Nahrung überwältigt.“

Verringerung der schädlichen Auswirkungen auf den Stoffwechsel von Adipositas

Nach nur neun Tagen auf der zuckerreduzierten Diät hatte sich praktisch jeder Aspekt der metabolischen Gesundheit der Teilnehmer verbessert, ohne eine Gewichtsveränderung.

Der diastolische Blutdruck verringerte sich um 5 mm, Triglyceride um 33 Punkte, LDL-Cholesterin (als „schlechtes“ Cholesterin bekannt) um 10 Punkte, und auch der Leberfunktionstest verbesserte sich. Der nüchterne Blutzucker ging um fünf Punkte nach unten und der Insulinspiegel wurde um ein Drittel gesenkt.

Ergebnis: Zuckerkalorien stellen ein hohes Risiko für Diabetes, Herz- und Lebererkrankungen dar

„Alle Werte der metabolischen Gesundheit sind besser geworden und das nur, weil Zucker mit Stärke in den verarbeiteten Lebensmitteln ersetzt wurden – ohne Kalorien, Gewicht oder das Sportprogramm zu ändern“, sagte Lustig. „Diese Studie zeigt, dass „eine Kalorie nicht gleich Kalorie ist.“ Woher die Kalorien kommen bestimmt, wohin sie im Körper gehen. Zuckerkalorien sind die schlimmsten, weil sie sich als Fett in der Leber festsetzen, die Insulinresistenz steuern und ein hohes Risiko für Diabetes, Herz- und Lebererkrankungen darstellen. Dies hat enorme Auswirkungen auf chronische Krankheiten und damit auf die Kosten im Gesundheitswesen.“

Und daher ist es sicher nicht nur für Kinder eine gute Idee, den Zucker in der Nahrung zu reduzieren.

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