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Haben Sie eine Glutenunverträglichkeit? Oder doch eher Probleme mit FODMAPs?

Weizen und das darin enthaltene Klebereiweiß Gluten sind heute oft die ersten Verdächtigen, wenn sich jemand mit Verdauungsproblemen plagt. Forscher aus Australien haben jedoch herausgefunden, dass das Problem in einigen Fällen ganz woanders liegt.

Was dem Brot die Elastizität gibt, kann schlimmstenfalls zu selbstzerstörerischen Reaktionen führen und den Darm schädigen, wie bei der Autoimmunerkrankung ZöliakieAuch manche Menschen, die nicht an Zöliakie erkrankt sind, fühlen sich ohne Weizen besser. Doch die naheliegende Schlussfolgerung, dass eine Glutensensitivität (Glutenunverträglichkeit) vorliegt, könnte sich als voreiliger Trugschluss erweisen.

In der Studie hatten die vermeintlich glutensensitiven Teilnehmer überhaupt keine Probleme mit Gluten, wenn sie stattdessen die „FODMAPs“ wegließen.

FODMAPs?

Was wie ein Wesen aus einem Science-Fiction Roman klingt, ist ein Acronym für „fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols“. Es handelt sich um eine Gruppe von Kohlenhydraten und mehrwertigen Alkoholen, welche in vielen Nahrungsmitteln vorkommen.

Tatsächlich enthalten Weizen und Roggen sehr viel FODMAP, so wie Zwiebel, Knoblauch, Äpfel, Hülsenfrüchte, Pistazien und viele andere. Eine Liste finden Sie am Ende des Beitrags.

Verzicht kann mehr schaden als nützen.

Für den gesunden Darm wirken FODMAPs ‚präbiotisch‚: Sie ermöglichen das Leben der Bakterien. Die schwer verdaulichen Nahrungsbestandteile, die Magen und Dünndarm quasi ‚unbeschadet‘ überstehen, gelangen in den Dickdarm, wo sie Wasser in den Darm ziehen und anfangen zu gären.

Genau das kann aber auch den Stress verursachen, den wir als Durchfall, Blähungen oder Verstopfung kennen. Für geschätzte 10 % der Bevölkerung produziert der Gärungsvorgang im Darm schmerzhafte Verdauungsbeschwerden.

Aber für Menschen mit einem Reizdarmsyndrom ist der Verzicht auf FODMAPs inzwischen ein erprobtes Mittel, um die Symptome zu verringern.

Aber ist das eine Lösung auf lange Sicht?

Hierzu wird momentan ausgiebig geforscht, und der perfekte Plan ist noch nicht in Sicht. Die Forscher wie auch die kanadische Gesundheitsbehörde empfehlen daher, FODMAP-arme Ernährung nur zur Linderung von schmerzhaften Symptomen einzusetzen, und allmählich auszutesten, welche FODMAP-haltige Nahrung man wieder in seinen Speiseplan aufnehmen kann, ohne dass die Symptome zurück kehren.

Wer keine Probleme mit Äpfeln, Linsen, Knoblauch & Co. hat, soll sie ruhig auch weiterhin genießen.

Proteine: Fleisch, Fisch, Huhn, Tofu

Gemüse: Grüne Bohnen, Karotte, Gurke, Tomaten, Zucchini, Kopfsalat

Früchte: Banane, Orange, Trauben

Nüsse: Mandeln

Getreide: Glutenfreis Brot / Nudeln, Hafer, Reis, Quinoa

Milchprodukte: Laktosefreie Milch / Joghurt, Hartkäse

Ein Kochbuch mit Rezepten
für FODMAP-arme Ernährung finden Sie hier ›

Proteine: Hülsenfrüchte

Gemüse: Knoblauch, Zwiebeln, Spargel, Artischocke, Sellerie, Zuckermais

Früchte: Apfel, Mango, Birne, Pfirsich, Wassermelone, Pflaume

Nüsse: Cashew, Pistazie

Getreide: Weizenprodukte, Gerste, Roggen

Milchprodukte: Kuhmilch, Sahne, Eiscreme, Joghurt, Weichkäse

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