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Reizdarm: Bessere Diagnostik durch DNA-Analyse

Durch die in der letzten Zeit deutliche Kostensenkung von Genanalysen hat diese neue Art der Stuhluntersuchung ihren Eingang in der spezialisierten Praxis gewonnen. Die Behandlungsmöglichkeiten verbessern sich dadurch deutlich.

Immer mehr klagen Menschen über Blähungen, Durchfall und Reizdarm. Die Ursachen sind vielfältig. Neben den entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) kommen häufig Allergie- und Intoleranzsyndrome durch Lebensmittel, Fruktose, Laktose oder Gluten als Ursache in Betracht. Aber auch pathologische Pilze und vor allem die bakterielle Fehlsteuerung (Dysbiose), die bereits seit Jahren bestehen kann, können das Fass zum Überlaufen bringen.

Normale Stuhluntersuchung zu oberflächlich

Mit den bisherigen klassischen kulturellen Stuhluntersuchungen gelang bisher nur der Nachweis und die Quantifizierung einer begrenzten Anzahl von Darmkeimen: Meist werden nicht mehr als 5% der tatsächlich vorhandenen Darmbakterien eines Menschen bestimmt und quantifiziert. Die Aussagekraft dieser Stuhluntersuchung war also weniger sicher und aussagekräftig.

Mit DNA-Analyse Krankheitsauslöser besser erkennen

Die molekulare Genetik ermöglicht jetzt eine erheblich höhere Anzahl von Darmbakterien bzw. Darmbakteriengruppen zu erfassen, und nach ihrem Wirkmechanismus zuzuordnen. Zum Beispiel können entzündungshemmende oder entzündungsfördernde Bakterienstämme besser differenziert werden, wodurch sich der Therapieansatz deutlich verbessert. Es gelingt eine optimalere Zuordnung zu Krankheitsauslösern:

  • Bei Reizdarm wurde in Studien eine verminderte Anzahl von Lactobacillen aus der Stammgruppe der Lactobacillaceae festgestellt. Kontrollierte doppelblinde und randomisierte Studien liegen vor, die mit Lactobacillen eine Reduktion von Schmerzen und Blähungen nachweisen.
  • Bei Kindern mit allergischem Asthma wurde eine Dominanz von Clostridium difficile bei einem gleichzeitig reduzierten Anteil von Bifidobakterien in der Darmflora festgestellt.
  • Bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa lag ein verminderter Anteil des Faecalibakteriums prausnitzii aus dem Bakterienstamm der Firmicutes vor: diese Bakterien wirken deutlich antientzündlich. Sie hemmen Entzündungsabläufe.

Fazit: die genetische Bestimmung der Stuhl-Darmflora bringt Fortschritte in Diagnose und Therapie bei Blähungen, Durchfall und Reizdarm. Durch die in der letzten Zeit deutliche Kostensenkung von Genanalysen hat diese neue Art der Stuhluntersuchung ihren Eingang in der spezialisierten Praxis gewonnen.

Dr. Peter Strauven
Master of Science in Preventive Medicine

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