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Blähungen? Wann ein Arztbesuch sinnvoll ist

Das Entweichen dieser meist geruchsintensiven Gase aus der Analöffnung ist für den Verursacher selbst und die Umgebung meist unangenehm. Das Einhalten ist aber auch keine Lösung: denn der unzureichende Abgang aus den verkrampften Darmschlingen führt häufig zu Darmkrämpfen. Doch was kann man tun?

Flatulenz, so der medizinische Begriff für Blähungen, entsteht durch eine vermehrte Bildung von Gasen im Darm. Das Entweichen dieser meist geruchsintensiven Gase aus der Analöffnung ist für den Verursacher selbst und die Umgebung meist unangenehm. Das Einhalten ist aber auch keine Lösung: denn der unzureichende Abgang aus den verkrampften Darmschlingen führt häufig zu Darmkrämpfen.

Was sind die häufigsten Ursachen für Blähungen?

  • Medikamente (z.B. Antibiotika, Mittel gegen Depressionen, oder gegen Diabetes mellitus): also bitte als erstes mal den Beipackzettel bei eher neuen, plötzlich auftretenden Blähungen lesen!
  • Hastiges Essen. Der Körper wehrt sich gegen große, unzerkaute Brocken… Probieren Sie es mal: Kauen Sie Ihren Bissen mindestens zwanzig (20!) Mal. Denn gut gekaut ist halb verdaut.
  • Kohlensäurehaltige Getränke fördern die Gasbildung. Die Kohlensäure in Getränken wird zur Geschmacksverbesserung von den Herstellern zugeführt. Aber auch Mineralwasser sollten Sie auf jeden Fall ohne Kohlensäure trinken.
  • Zu fettige Speisen. Die Bauchspeicheldrüse kommt mit der Enzymproduktion nicht mehr nach und es entstehen Gase.
  • Zuckeraustauschstoffe (Xylit, Sorbit).
  • Alkohol. Durch den biochemischen Prozess im Darm entsteht Gärung und damit Gas.
  • Lebensmittelintoleranzen (Laktose-, Fruktose-, Lebensmittel-, Glutamat, etc.) bis hin zur Zöliakie.
  • Entzündliche Darmerkrankungen (Colitis Ulcerosa, eher selten: Morbus Crohn)
  • Bauchspeicheldrüsenreizungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung. Verdauungsenzyme, wie die Lipase oder Amylase werden unzureichend in den Darm ausgeschüttet.
  • Stress und falscher Biorhythmus: wer die Nacht zum Tag macht, wirft seine biorhythmisch geregelten Hormone und Verdauungsenzyme durcheinander.  Und bei vermehrtem Stress werden auch tagsüber die vegetativen Nervenbahnen (der Darm hat genau so viele Nervenfasern wie das gesamte Rückenmark) überbeansprucht: das führt zur Fehlregulation mit Bildung von Gas und Darmkrämpfen (Meteorismus) zum Beispiel.

Sehr häufig erlebe ich in der Praxis als Ursache Lebensmittelintoleranzen und Enzymstörungen. Aber auch Stress spielt eine zunehmend große Rolle. Es folgen falsches Essen (zu schnell, zu viel, zu spät) und erst danach andere mögliche mehr abzuklärende organische Funktionsstörungen.

Wann sollte ich wegen Blähungen zum Arzt gehen?

Bei länger anhaltender Gasbildung, bei stark auftretenden Blähungen (eventuell mit Krämpfen), die  auch regelmäßig zur „Windproduktion“ aus dem Analbereich beitragen: bitte zum Arzt gehen.

Was kann ich selbst gegen Blähungen tun?

  • Eine Wärmflasche auf den Bauch hilft meist. Wenn Sie zuerst ein feuchtes Tuch auf die Bauchhaut legen, und dann erst die Wärmflasche darüber, verdoppeln Sie den Wärmeeffekt. Die Wärme fördert die Durchblutung und löst Krämpfe.
  • Meiden Sie vorübergehend blähende Speisen (Fettiges Essen, Hülsenfrüchte, Kohl, Paniertes, Körner, Rohkost wie z.B. Obst) eine Zeit lang.
  • Ein Tee kann helfen: z.B. Fenchel, Kamille oder Kümmel
  • Bitte langsam essen und kauen: Dadurch beginnt die Verdauung bereits im Mund!
  • Auf Alkohol, Kaffee, Nikotin verzichten

 

Quellen:

  • Andresen, V. et al.:  Reizdarmsyndrom – die wichtigsten Empfehlungen;  Dtsch. Arzteblatt  Nr. 108(44), 2011, S. 751-60
  • A.Bucholtz, „ich habe immer schreckliche Blähungen“ Medizinische Wochenzeitschrift MMW-2014 Jun 12;156(11):44-5.

2 Comments

  1. meisner_k76@yahoo.com'

    Karin

    6. März 2015 at 17:14

    Sehr informativ erklärt. Vielen Dank für die ganzen Informationen. Ich beschäftige mich seit kurzer Zeit erst mit dem Thema. Ich habe gelesen, dass die Rückkehr zur natürlichen Sitzposition auf der Toilette wohl auch zu einer Verbesserung der Beschwerden beitragen kann. In der Hocke können die Ausscheidungen wohl den Körper einfacher wieder verlassen.

    • tim.adams@evoloop.com'

      Redaktion

      6. März 2015 at 18:46

      Vielen Dank für Ihr Feedback! Von dem Thema ‚Sitzposition‘ habe ich schon mal gelesen, ich glaube es war im Buch „Darm mit Charme“, wenn ich mich nicht täusche (?) Es gibt einige Regionen auf dieser Welt, wo unsere übliche Sitzposition (zu Recht) als unnatürlich gilt. Ich hoffe, die Umstellung wird Ihnen helfen.

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