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Verstopfung (Obstipation)

Gerade in den westlichen Regionen der Erde leben viele Menschen mit dem Gefühl, unter Verstopfung zu leiden. Insbesondere Frauen können von einer erschwerten oder verzögerten Darmentleerung betroffen sein. Lesen Sie in den folgenden Fragen und Antworten, weshalb es sinnvoll ist, gesundheitliche Beratung zu suchen, anstatt einfach zu einem der zahlreichen auf dem Markt angebotenen Abführmittel zu greifen…

Was bedeutet Verstopfung / Obstipation und welche Symptome können auftreten?

Wenn ein Völlegefühl vorliegt, der Stuhl hart ist, kein täglicher Stuhlgang erfolgt oder dieser schmerzhaft ist, wird häufig ganz subjektiv eine Verstopfung angenommen. Fachlich betrachtet wird jedoch erst dann von einer (chronischen) Obstipation gesprochen, wenn mehrere Kriterien zutreffen, u.a. wenn über einen längeren Zeitraum – mehr als 3 Monate – die Darmentleerung weniger als dreimal in der Woche erfolgt (S2k Leitlinie Chronische Obstipation).

Schnelles Handeln ist unbedingt erforderlich, falls starke Schmerzen auftreten und der Bauch angeschwollen ist. Es besteht die Gefahr, dass ein Darmverschluss vorliegt!

Welche Ursachen können Verstopfungen haben?

Der Transitprozess des Darminhaltes ist ein komplexer Vorgang, der höchst individuell ist und Schwankungen unterliegen kann. Störungen können durch ganz unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden, u.a.:

  • das Ernährungs- und Trinkverhalten
  • die Lebensumstände (z.B. Nachtarbeit, Reisen / häufiger Wechsel von Zeitzonen, Bewegungsarmut)
  • Stress und psychische Belastungen
  • hormonelle Einflüsse oder Stoffwechselprobleme
  • Medikamenteneinnahme (z.B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Betablocker, Psychopharmaka)
  • körperliche / organische Auslöser (z.B. neurologische Erkrankungen, Beckenbodenveränderungen, Dickdarmtumore, Hämorriden)

Aufgrund der vielfältigen möglichen Ursachen von Problemen beim Stuhlgang ist es in jedem Fall ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wie kann eine Verstopfung diagnostiziert werden?

Wichtig bei der Feststellung einer Obstipation ist ein sorgfältiges und ausführliches Gespräch über die auftretenden Beschwerden und die jeweiligen Begleitumstände mit spezialisierten medizinischen Fachkräften, z.B. in einer gastroenterologischen Praxis. Wertvolle Hinweise kann ggf. ein von den Betroffenen geführtes Stuhlprotokolll liefern (u.a. im Hinblick auf den Einfluss verzehrter Lebensmittel). So kann die Grundlage für die Eingrenzung der zahlreichen möglichen Auslöser der Verstopfung gelegt werden. Ergänzend werden je nach Bedarf medizinische Test und Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören u.a.

  • Abhören, -tasten und -klopfen des Bauches
  • Laboruntersuchungen von Blut-, Urin- und Stuhlproben (u.a. Ergebnisse zu verstecktem Blut im Stuhl oder zu Stoffwechselerkrankungen)
  • Ultraschalluntersuchung des Bauches (zur Erkennung möglicher Darmverengungen oder ungewöhnlicher Luftansammlungen im Darmtrakt)
  • Darmspiegelung (Innenansicht des Darms liefert z.B. Erkenntnisse zu vorliegenden Polypen oder Tumoren)
  • weiterführende Spezialuntersuchungen (ggf. in Zusammenarbeit mit neurologischen, psychologischen, gynäkologischen oder urologischen Praxen)

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Verstopfung?

Die Behandlung einer Obstipation wird an den individuell festgestellten Ursachen ausgerichtet und kann ein weites Spektrum umfassen. In zahlreichen Fällen führen bereits eine Umstellung der Ernährung / Flüssigkeitsaufnahme und ein geregelter Rhythmus von Mahlzeiten auf der Basis einer speziellen Beratung zum Erfolg. Zu den weiteren Maßnahmen können Bewegungs- und Entspannungstherapien gehören (u.a. zur Stärkung der Bauchmuskulatur und zum Stressabbau). Zu positiven Effekten kann auch ein Stuhlgang- und Beckenbodentraining in Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten beitragen.
Physikalische Behandlungen können sowohl kalte als auch warme Bäder und Auflagen / Waschungen sowie altbewährte Entleerungshilfen (z.B. Klistier) umfassen.

Darüber hinaus kommen medikamentöse ärztliche Verordnungen zur Darmanregung oder operative Eingriffe in Frage (u.a. bei Tumoren oder Beckenbodensenkungen).

Ziel der Behandlung sollte es zukunftsorientiert sein, Verstopfungen vorzubeugen und im Hinblick auf die jeweilige Lebenssituation der Patientinnen und Patienten abgestimmte alltagstaugliche Lösungen zu finden.

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